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Willkommen in einer Praxis, die medizinische und psychotherapeutische Versorgung zusammendenkt – und Neurodivergenz als Teil menschlicher Vielfalt versteht.
Menschen mit ADHS, im Autismus-Spektrum sowie viele hochbegabte Erwachsene stehen häufig vor besonderen gesundheitlichen Herausforderungen. Neben chronischer Erschöpfung, Stressbelastung und psychosomatischen Beschwerden treten häufiger Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, chronische Muskelverspannungen sowie Suchterkrankungen auf.
Viele Betroffene erleben, dass körperliche und psychische Beschwerden getrennt betrachtet werden und neurobiologische Besonderheiten unberücksichtigt bleiben. Insbesondere Frauen erhalten beispielsweise eine ADHS-Diagnose häufig erst im Erwachsenenalter – nicht selten zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.
Ich biete Ihnen eine integrative Versorgung, die Körper, Psyche und individuelle Lebensrealität gleichermaßen berücksichtigt. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Zusammenhänge verständlich zu machen und eine Behandlung zu entwickeln, die neurobiologische Besonderheiten und individuelle Ressourcen gleichermaßen einbezieht.
Integrative Allgemeinmedizin in Verbindung mit ärztlicher Psychotherapie bedeutet die Verbindung moderner Hausarztmedizin mit individuell angepassten, ganzheitlichen Therapieansätzen – für eine Medizin, die Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern versteht.
Neurodivergenz bei Frauen und Männern
– Unterschiede erkennen, Versorgung verbessern
Neurodivergenz zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Insbesondere bei ADHS und Autismus bestehen häufig geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomatik, Bewältigungsstrategien und Diagnosestellung.
Die Symptomatik bei Frauen ist oft weniger offensichtlich. Viele Mädchen entwickeln bereits in der Schulzeit Strategien, um Schwierigkeiten in Aufmerksamkeit, Organisation oder sozialer Interaktion zu kompensieren. Dieses sogenannte „Masking“ oder „Camouflaging“ ermöglicht häufig eine gute Anpassung an schulische, berufliche und soziale Anforderungen. Nach außen wirken viele Betroffene leistungsfähig, organisiert und belastbar, erleben jedoch innerlich eine erhebliche Anstrengung, chronischen Stress, Selbstzweifel oder Erschöpfung.
ADHS bleibt bei Frauen deshalb häufig über viele Jahre unerkannt. Nicht selten werden zunächst Depressionen, Angststörungen, Burnout-Syndrome oder psychosomatische Beschwerden diagnostiziert, ohne die zugrunde liegende neurobiologische Besonderheit zu erkennen. Viele Frauen erhalten ihre ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter – häufig zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Auslöser sind oft Lebensphasen mit erhöhten Anforderungen, hormonelle Veränderungen während der Perimenopause oder die Diagnosestellung eines eigenen Kindes, die erstmals zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Neurodivergenz führt.
Auch Männer mit ADHS bleiben nicht selten unerkannt. Insbesondere bei beruflich erfolgreichen Männern werden Konzentrationsprobleme häufig durch hohen Einsatz, Perfektionismus oder übermäßige Anpassungsleistungen kompensiert. Statt offensichtlicher Aufmerksamkeitsprobleme stehen häufig chronische innere Anspannung, erhöhte Stressanfälligkeit, emotionale Dysregulation, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Erschöpfungszustände oder wiederkehrende körperliche Beschwerden im Vordergrund.
Ein wesentlicher Aspekt, der in der medizinischen Versorgung oft wenig Beachtung findet, ist die Auswirkung dauerhafter Stressaktivierung auf den Körper. Viele neurodivergente Menschen leben über Jahre oder Jahrzehnte in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit und permanenter Anpassungsleistung. Das Nervensystem befindet sich dabei häufig in einer anhaltenden Alarmbereitschaft. Die Folgen können sich sowohl psychisch als auch körperlich bemerkbar machen.
In der allgemeinmedizinischen Praxis zeigen sich bei neurodivergenten Männern und Frauen daher häufig chronische Muskelverspannungen und funktionelle Beschwerden des Bewegungsapparates. Besonders betroffen sind der Schulter-Nacken-Bereich, die Brust- und Lendenwirbelsäule sowie die Hüft- und Leistenregion. Häufig bestehen muskuläre Dysbalancen, Verkürzungstendenzen und eingeschränkte Bewegungsmuster, die langfristig zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer verminderten körperlichen Belastbarkeit führen können. Nicht selten werden diese Beschwerden isoliert behandelt, ohne den Zusammenhang mit chronischem Stress, neurobiologischen Besonderheiten und einer dauerhaft erhöhten Muskelspannung zu berücksichtigen.
Auch hormonelle Einflüsse spielen insbesondere bei Frauen eine wichtige Rolle. Schwankungen von Östrogen und Progesteron können Aufmerksamkeit, Emotionsregulation, Stressverarbeitung und die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinflussen. Viele Frauen berichten über deutliche Veränderungen ihrer ADHS-Symptomatik im Verlauf des Menstruationszyklus, nach Schwangerschaften oder während der Wechseljahre. Eine moderne und geschlechtersensible Diagnostik berücksichtigt deshalb sowohl neurobiologische als auch hormonelle Zusammenhänge.
Ein weiterer Aspekt, der in der Versorgung neurodivergenter Menschen besondere Aufmerksamkeit verdient, ist das erhöhte Risiko für die Entwicklung von Suchterkrankungen. Insbesondere bei ADHS besteht eine erhöhte Vulnerabilität für den Gebrauch und Missbrauch von Nikotin, Alkohol, Cannabis sowie stimulierenden Substanzen wie Kokain.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen spielen Veränderungen in den dopaminergen Belohnungs- und Motivationssystemen eine Rolle. Zum anderen nutzen viele Betroffene psychoaktive Substanzen unbewusst als Form der Selbstregulation, um innere Unruhe, Anspannung, Reizüberflutung, emotionale Belastungen oder Konzentrationsschwierigkeiten zu beeinflussen. Kurzfristig können diese Substanzen subjektiv als entlastend erlebt werden, langfristig erhöhen sie jedoch das Risiko für körperliche und psychische Folgeerkrankungen erheblich.
Besonders häufig findet sich ein langjähriger Nikotinkonsum, der von vielen Betroffenen als hilfreich für Konzentration, Wachheit oder Stressregulation beschrieben wird. Auch Alkohol wird nicht selten eingesetzt, um innere Anspannung zu reduzieren oder soziale Situationen leichter bewältigen zu können. Cannabis kann vorübergehend beruhigend wirken, ist jedoch bei regelmäßigem Konsum mit einem erhöhten Risiko für Antriebsstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und psychische Folgeprobleme verbunden. Stimulanzien wie Kokain werden teilweise zur kurzfristigen Leistungssteigerung oder Stimmungsregulation eingesetzt, bergen jedoch ein erhebliches Abhängigkeitspotenzial und gesundheitliche Risiken.
In meiner Praxis werden körperliche Gesundheit, psychische Belastungen und neurobiologische Besonderheiten gemeinsam betrachtet. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, bisher übersehene Zusammenhänge verständlich zu machen und individuelle Behandlungswege zu entwickeln, die der Lebensrealität neurodivergenter Frauen und Männer gerecht werden.
Integrative Medizin bedeutet dabei mehr als die Behandlung einzelner Symptome. Sie versteht Neurodivergenz als Teil menschlicher Vielfalt und berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Nervensystem, Hormonen, Stoffwechsel, Immunsystem, Muskulatur und psychosozialen Belastungen. So entsteht eine Versorgung, die nicht nur Krankheiten behandelt, sondern Gesundheit nachhaltig fördert und individuelle Ressourcen stärkt.
Denn eine moderne Medizin berücksichtigt nicht nur Symptome, sondern den Menschen in seiner gesamten biologischen, psychischen und sozialen Realität.